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Die Heimleuchtung der Idenika
Unerwartete Begrüßung - Kapitel 2
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Neueste Änderungen: Samstag, 04. Februar 2012

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Die Heimleuchtung der Idenika
Unerwartete Begrüßung - Kapitel 2

„Willst Du mich nicht vorstellen, Idenika, du über alle siegende tapfere Kämpferin?“ ...Fragen über Fragen rasen mir durch den Kopf ...was ist jetzt los? ...wieso spricht er mich auf diese Art an? ...er weiß scheinbar genau, was uns hierher geführt hat und ist uns trotzdem ohne Waffen gegenübergetreten ...er scheint sogar auf uns hier gewartet zu haben. „Ja, also, das ist Horibert von Josual und das meine treue Begleiterin Maria. Doch sagt es rundheraus, was habt ihr vor? Warum kommt ihr uns ohne Waffen und ohne Begleitung entgegen? Oder haben uns eure Bogenschützen schon angepeilt?“ 

„Danke, für Deine Fragen, Idenika. Doch erst einmal seid gegrüßt ihr beiden Tapferen und herzlich willkommen in meinem bescheidenen Reich der Wunder. Bogenschützen und die euch bekannten Waffen gibt es hier schon lange nicht mehr. Hier ist seit einiger Zeit alles grundlegend verändert worden. Nicht nur dir wurde damals von mir die Freiheit geschenkt. Im selben Jahr habe ich allen Bediensteten, Bauern des nahen Gutes, Söldnern und allen anderen, die für mich in Diensten standen die Freiheit geschenkt.

Ich konnte damals entscheiden, dass ich auf diese Helfer nicht mehr angewiesen war. Doch dazu nachher mehr. Kommt mit mir ins Schloss und macht mir die Freude meine Gäste zu sein.“

„Was ist wenn wir ablehnen? Ihr wisst sicher, warum wir hier sind?“ Meine Entgegnung scheint ihn nicht zu überraschen.

„Entscheidet selbst, ich gehe jetzt voraus zum Schloss und freue mich, wenn ihr folgt“, ist seine Antwort. Und dann dreht es sich einfach um und geht langsamen Schrittes den sanft gewundenen Weg voran, der seicht bergauf durch den Wald zum Schloss führt.

„Sag, Maria, was hältst du davon? Meinst du es ist eine Falle? Kannst du verstehen, was hier vorgeht?“ Ich drehe mich zu Maria um, die ganz bleich an mir vorbei auf den Weg zeigt. Ich springe blitzschnell herum und sehe gerade noch wie einige Panther aus dem Dickicht auf den Weg springen, uns kurz ansehen und dann eilends hinter Horibert von Josual herlaufen.

Er ist unbewaffnet, schießt es mir durch den Kopf. Auch wenn wir ihn besiegen werden, ist jetzt die Situation auf einmal anders. Also auf: „Maria, ich muss ihm helfen, er ist unbewaffnet, komm du in sicherer Entfernung hinterher. Bleib auf keinen Fall hier allein, falls die Bestien den Weg zurücklaufen sollten, will ich in deiner Nähe sein. Nimm bitte meine Sachen mit.“ 

Ich werfe meine geringe Last ab und laufe so schnell ich kann hinter Horibert von Josual her.

Von vorn nehme ich auf einmal Geräusche von Pferden wahr. Das werden doch nicht etwa unsere Pferde sein, die uns hier suchen? Ich laufe noch schneller, da hinter der Biegung scheinen die Pferde zu sein. Jetzt muss ich sicher schnell handeln. Im Laufen ziehe ich das kurze leichte Schwert, die Geräusche nehmen zu, gleich kann ich mehr sehen, jetzt hinter der Biegung... 

Stop. Was ist das? Kann das sein? Sehe ich das wirklich oder träume ich?

Tatsächlich, da steht Horibert zwischen den Panthern und unseren Pferden. Er scheint sich mit ihnen zu unterhalten, doch ich höre seine Stimme nicht. Im Näherkommen trete ich geräuschvoll auf einen morschen Ast und prompt kommt Bewegung in die kleine Gruppe.

„Es ist schön, dass Du dazu kommst. Ich mache gerade meine Panther mit euren Pferden bekannt, die nach dir und Maria gesucht haben. Ich habe ihnen gesagt, dass ihr irgendwo auf diesem Weg zu finden seid. Roter wollte schon lospreschen, doch Suse hat ihn gebeten sich wenigstens richtig von uns zu verabschieden.“

„Wie bitte, woher kennt ihr die Namen unserer Pferde? Und was heißt meine Panther? Wieso laufen die hier einfach so frei herum? Sind die etwa zahm?“ Ich bin irritiert und verstehe nicht so richtig.

„Verzeih, vorhin waren Schleicher, Brummer und Mira, so heißen die drei Schwarzen, wohl in unserer Nähe. Ich habe es nicht bemerkt, sie sind auch einfach zu gute Schleichkatzen. Sie sind wie alle Menschen und Tiere in und um Schloss Nirgendwo zahm. Doch das wirst du nachher bestimmt selbst feststellen. Also, bis nachher, du wirst doch bestimmt mit Maria kommen. Roter und Suse würden euch sicher gern begleiten, zumindest haben sie so etwas wie erste Freundschaft mit den drei Schwarzen geschlossen. Auf Bald...“, gesagt, umgedreht und einfach weiter den Weg entlanggehend, kann ich ihm nur nachsehen. 

Ich bin sprachlos. Roter und Suse begrüßen mich freudig schnaubend. Singt Horibert diese sonderbare Melodie, die irgendwie vertraut klingt und ist er es, der da hinten freudig lacht?

Von der anderen Seite kommen jetzt auch langsam lauter werdende Geräusche. Ein leises Stöhnen und mit sich selbst reden ist zu vernehmen. Suse wird sehr aufmerksam und setzt sich langsam in Bewegung um gleich darauf von Maria erleichtert begrüßt zu werden. Maria wirf ihre Lasten ab und tanzt um Suse herum, wie sie es gern zur Begrüßung ihrer anhänglichen Stute macht. 

 „Was ist passiert? Was ist mit den wilden Bestien? Woher kommen auf einmal unsere Pferde? Es ist schön, dass wir unversehrt alle wieder zusammen sind. Kannst du mich jetzt endlich aufklären?“ Maria platzt bald vor Neugier.

„Es ist alles ganz einfach, Maria. Ich habe nichts verstanden. Nur soviel ist klar: wir gehen jetzt in das Schloss. Warum hat Horibert es Nirgendwo genannt, ich denke es heißt Sonnenberg? So kenne ich es doch auch von früher. Hast du schon einmal den Namen Nirgendwo gehört? Hat Clarissa de la Pisanto uns nicht immer nur von Sonnenberg erzählt? Ich bin im Moment sehr durcheinander. Lass uns den Rest des Weges sehr vorsichtig sein, irgendetwas stimmt hier nicht.“

„Na, gut, dann bekommt deine treueste Freundin, die liebe Maria, eben keine noch so kurze Schilderung der Dinge, die hier vorgefallen sind. Warum sollte so eine dumme Begleiterin auch erfahren, wie du Horibert aus Lebensgefahr gerettet hast. Sie wird es schon beizeiten erfahren,“ schmollt Maria mehr zu sich selbst.

„Lass uns jetzt auch den Rest zu Fuß gehen, ich weiß es ist sicherer und höre auf so eine Flunsch zu ziehen. Ich bekomme gleich einen Lachkrampf. Es ist alles gutgegangen, die wilden Bestien sind zahm, wie kleine Kätzchen. Nun aber los, komm...“
 

 

 
 
 
 
 
 

 

 
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